Manfred Büttner - Bad Feilnbach
Manfred Büttner - Bad Feilnbach

 



Grußwort unserer SPD - Fraktionsvorsitzenden Karin Freiheit
anlässlich der Verabschiedung von Bürgermeister Hans Hofer

am 15. März 2018

 



Liebe Anneliese , lieber Hans, liebe Familie Hofer,

liebe Anwesende ,

wer hier im Raum hätte vor 12 Jahren gedacht, dass wir Dich hier und heute als unseren Bürgermeister verabschieden? Abgesehen von denjenigen unter uns, die seinerzeit noch gar nicht dabei waren, war Deine erste Wahl zum Bürgermeister sehr knapp und eine Überraschung – auch für Dich selbst!


 

Dabei war Dein Amt gewiss nicht an jedem Tag einfach und die Herausforderungen, die auf unsere Gemeinde - und damit auch auf Dich - zugekommen sind, waren keineswegs immer absehbar:

  • Die Schließung der Kurkliniken, deren Leerstand, eine Opposition, die es mal wieder besser weiß, ein Landrat, der schon wieder eine höhere Kreisumlage forderte und anderes mehr, haben Dir das ein oder andere graue Haar gebracht und bestimmt manchmal schlaflose Nächte verschafft

  • Es war für Dich auch nicht einfach, Dir von den Frauen im Gemeinderat was sagen zu lassen – Du warst es ja bestimmt gewöhnt, zu Hause und in Deinem Betrieb das Sagen zu haben und am Bau waren ja ausschließlich Männer beschäftigt.

  • Der Bereich Kur- und Tourismus war für Dich zu Beginn Deiner Amtszeit nicht so recht greifbar und es musste eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden.

  • Auch soziale Bereiche waren Dir nicht unbedingt geläufig, doch wenn es wirklich brannte, konnten wir auf Dich zählen.

  • Es fiel Dir auch schwer, Vertrauen zu den einzelnen Fraktionen aufzubauen – dieses Misstrauen hat es uns nicht immer leicht gemacht.

  • Und die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit, speziell die Mitnahme der Bürger im Rahmen von Bürgerbeteiligungen, hat sich Dir erst in den letzten Jahren erschlossen.


 


In diesen 12 Jahren hast Du Dich aber immer von einer breiten Mehrheit der Bad Feilnbacherinnen und Bad Feilnbachern getragen gefühlt und wurdest von „Deinem“ Rathaus unterstützt. Und genau das waren zwei wichtige Punkte, die Dich dazu motiviert hatten, Dich immer wieder in Deinem Sinne für unsere Gemeinde einzusetzen.


 

Lieber Hans,

auch das Verhältnis zwischen meiner SPD-Fraktion und Dir, hatte in dieser Zeit durchaus Höhen und Tiefen. Wir haben es Dir nicht immer leicht gemacht – Du es uns aber auch nicht!
Aber gerade in den letzten Jahren haben wir doch so einiges für Bad Feilnbach umgesetzt.
Dafür danke ich Dir im Namen meiner Fraktion!


 

Lieber Hans,

es wäre sicherlich abendfüllend, wenn ich alle größeren Projekte und Themen aufführen würde, die in den 12 Jahren Deiner Amtszeit von Dir angestoßen, umgesetzt oder abgeschlossen wurden. Drei möchte ich heute Abend aber nennen, weil diese unsere Gemeinde in besonderer Weise vorangebracht haben und auch noch viele Jahre prägen werden:

  1. Du hast deinen Schwerpunkt als Bürgermeister unter anderem erfolgreich auf die Ansiedlung von Gewerbe gesetzt und dabei immer versucht, eine nachhaltige Ansiedlung zu erreichen, um Arbeitsplätze nach Bad Feilnbach zu holen und so stabile Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen.Die Sanierung von Kanal und Straßen war Deinem Beruf als Tiefbau-Unternehmer geschuldet und hier hast Du einiges vorangebracht

  2. Und es war Dein Vorschlag, den Einkaufsmarkt in der Ortsmitte anzusiedeln.
    So entsteht gerade eine repräsentative Ortsmitte und diese wird, so sieht es nach dem aktuellen Stand der Planungen jedenfalls aus, durch die gegenüberliegende Neugestaltung der „Neuen Mitte“ in den nächsten Jahren abgerundet werden.

  3. Und abschließend der Kauf des Gut Eulenau zur Grundstücksvorratshaltung

Ich könnte hier noch eine Menge Themen anschließen, die wir in den Jahren Deiner Amtszeit - in sehr vielen Fällen übrigens gemeinsam - begonnen und umgesetzt haben (Kita’s und Krippen, Dorferneuerung in Litzldorf und Dettendorf). Aber die nachfolgenden Redner sollen ja auch noch eine Möglichkeit haben, etwas Neues hervorzuheben.


 

Lieber Hans,

ich weiß, dass Dir diese verschiedenen Projekte und Baumaßnahmen immer wichtig waren, um so die Lebensqualität in Bad Feilnbach zu steigern. Du wolltest aber vor allem immer, dass sich die Menschen in ihrer Gemeinde wohl fühlen, denn das Wichtigste in all den Jahren waren Dir die Bürger, egal welchen Alters, welcher Herkunft oder welcher politischen Überzeugung.

An zwei Beispielen will ich das deutlich machen:

  1. In meiner Zeit als Fraktionssprecherin, haben wir deutlich gespürt, dass Du im Rathaus nicht allein nur der Chef bist – dazu wurdest Du ja gewählt. Für Dich war das Rathaus auch immer Deine Familie, um die Du Dich wie ein guter Familienvater gekümmert hast. Der Zusammenhalt in diesem Team war Dir wichtig. Ich denke, wir werden davon heute noch von berufener Stelle hören.

  2. Und es war Dir immer eine Herzensangelegenheit, unsere Vereine mit ihren zahlreichen Ehrenamtlichen zu unterstützen – durch Rat und Tat und durch motivierende und wertschätzende Worte für die, die sich für unsere Gemeinschaft engagieren.


 

Einige darunter waren dem Familienmenschen Hans Hofer selbstverständlich besonders wichtig.


 

Liebe Anneliese, liebe Anna, liebe Familie,

jedes Wort des Dankes, das hier heute Abend schon gefallen ist und auch noch fallen wird, gilt selbstverständlich auch euch allen, gilt der gesamten Familie Hofer. Denn letztendlich seid ihr es gewesen, die immer wieder auf den Vater, auf den Ehemann, auf den Sohn, verzichten mussten, wenn dieser wieder für die Gemeinde unterwegs war, sei es am Tag, sei es am Abend und auch bis tief in die Nacht. Das gehört bei einem solchen Beruf als Bürgermeister letztendlich dazu, das ist aber sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Speziell wenn man weiß, wie wichtig euch das Familienleben und dem Hans sein Hof in Brodhub ist. Seit geraumer Zeit spürten wir, dass, wenn seine Anna zu vorgerückter Stunde in der Sitzung anrief, es doch möglichst zügig gehen musste, um nach Hause zu kommen.


 

Liebe Anneliese, lieber Hans,

ich wünsche euch, auch im Namen meiner Fraktion , dass ihr gut wieder in Brodhub „ankommt“ und „zusammenfindet“ und noch viele gesunde und harmonische Jahre. Nun habt ihr endlich die Zeit, das nachzuholen, was ihr in den letzten 12 Jahren vielleicht auch mal verpasst habt.

Ihr habt es euch verdient, alles, alles Gute für eure Zukunft.


 

Lieber Hans,

selbstverständlich haben auch wir Sozis darüber nachgedacht, welches Geschenk wir Dir als kleines Dankeschön mit auf den Weg nach Brodhub zur Erinnerung an uns „Rote“ geben wollen. Und dabei kam uns zu pass, dass Du selbst eigentlich schon seit frühester Jugend durch und durch ein Landwirt bist.

Keine Angst, verehrte Gäste, ich hole jetzt nicht gleich ein rotes Parteibuch aus der Tasche. Politisch ist und bleibt unser Hans vermutlich immer unabhängig mit einer Tendenz zu schwarz.

Ludwig Thoma hat in seinen Filser-Briefen sehr eindrucksvoll beschrieben wie der Landwirt Jozef Filser ins Parlament nach München kommt und dort alle Höhen und Tiefen – auch in einer Stadt - miterleben muss.

Für ihn waren dann immer die Sommerferien das schönste – denn da konnte er sich endlich wieder zu Hause auf seinen Bulldog setzen und seinem Beruf als Landwirt nachgehen.

Jozef Filsers Briefwechsel wird von Schauspieler Michael Lerchenberg immer sehr lebendig vorgetragen und dieses Buch haben wir für Dich dabei.

Herzlichen Dank, alles Gute!


 

Karin Freiheit Im Namen der Fraktion SPD/Parteifreie
 

Copyright aller Bilder: Konrad Kriechbaumer